Förderverein DES ZENTRUMS therapeutisches reitEN niederrhein e.v.

WEM NUTZT THERAPEUTISCHES REITEN?

Das Therapeutische Reiten umfasst pädagogische, psychotherapeutische, rehabilitative und sozial-integrative Maßnahmen, die über das Medium Pferd als Co-Therapeut umgesetzt werden. Die Begegnung mit Pferden ist für viele Menschen neu, macht sie neugierig und weckt Interesse.

In der Beziehung und Interaktion zwischen Mensch und Pferd stehen individuelle Lernprozesse und Entwicklungsförderungen im Mittelpunkt; reiterliche Fähigkeiten werden nicht vorausgesetzt .

Welche Wirkung wird durch das Therapeutische Reiten erzielt?
Das Therapeutische Reiten ermöglicht eine individuelle, ganzheitliche Förderung des Menschen. Auf der psychischen Ebene werden durch den Umgang mit dem Therapiepferd neue Erfahrungsfelder aufgenommen, die eine positive Wirkung erzielen: das Selbstbewusstsein bzw. das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten werden gestärkt und die körperliche Entwicklung wird gefördert. Es wird immer lösungsorientiert gearbeitet. Der Therapieerfolg zeigt sich in positiven Alltagsveränderungen. Die entsprechende Wirkung/Förderung im krankengymnastischen Bereich wird in erster Linie durch die dreidimensionalen Schwingungsimpulse erzielt, die das Pferd auf den Menschen überträgt, in der Therapiegangart Schritt. Dieser Rhythmus bewirkt eine Erhöhung des Spannungszustandes (Tonisierung) der Muskulatur als auch einen ständigen Wechsel zwischen Spannung und Entspannung im Sinne von dynamischer Muskelarbeit, entsprechend dem Bewegungsrhythmus des Pferdes. Auf diese Weise werden das Körpergefühl trainiert, Bewegungsabläufe verbessert und das Gleichgewicht sowie die Koordinationsfähigkeit geschult. Der Körper wird auf eine völlig neuartige Weise erfahren und bewusster wahrgenommen. Im heilpädagogischen Reiten werden individuell unterschiedliche Ziele verfolgt. 

Die Förderschwerpunkte liegen in folgenden Bereichen:
• Motorik (z.B. Gleichgewicht, Koordination)
• Sensorik (z.B. Fühlen, Tasten, Körperwahrnehmung)
• Sozialverhalten (z.B. Umgang mit Aggression, kooperatives Verhalten)
• Emotionalität (z.B. Erhöhung des Selbstwertes, Abbau von Ängsten)
• Kognition (z.B. Konzentrations- und Sprachförderung)

Für welche Zielgruppe ist Therapeutisches Reiten wirkungsvoll?
Die Zielgruppe sind Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklungsstörungen oder Behinderungen: 
• Entwicklungsverzögerungen: sprachlich, motorisch, sozial 
• Verhaltensauffälligkeiten: z.B. Angst-/Essstörungen, ADHS 
• Wahrnehmungsstörungen 
• Geistige und körperliche Behinderungen 
• Psychische Erkrankungen (Depressionen/Lebenskrisen/Sucht) 
• Autismus 
• Lern-/Sprachbehinderung 
• Sinnesbehinderung: z.B. Sehbehinderung

Bereits im Frühförderbereich ab 2 Jahren kann im Einzelfall bereits mit der Therapie begonnen werden, eine Altersgrenze ‚nach oben‘ gibt es nicht. Die Therapie kann als Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt werden. 

Was zeichnet eine qualifizierte Therapie aus? 
Beim therapeutischen Reiten arbeiten ausgebildete Fachkräfte mit speziell ausgebildeten Pferden unterschiedlichster Rassen. Ein ausgebildeter Reittherapeut versteht es, sein Augenmerk in besonderer Weise auf körperliche, seelische und geistige Belange des ihm anvertrauten Menschen zu lenken und ihn diesbezüglich zu fördern. Die Pferde zeichnen sich durch einen ruhigen, geduldigen, kontaktfreudigen, sensiblen Charakter aus. Sie erhalten ein regelmäßiges abwechslungsreiches Ausgleichstraining, um in der Therapiearbeit locker und geschmeidig zu bleiben, denn nur gute Schwingungsimpulse können so an den Reiter übermittelt werden. Das Pferd ist wertneutral und begegnet dem Menschen als Partner ohne Vorurteile: der Mensch wird als der Mensch angenommen, der er ist – egal, welches Handicap er aufweist. Unsere Verhaltensweisen werden uns vom Pferd gespiegelt – es ist Impulsgeber und Kraftquelle, um eigene Ressourcen zu entfalten.  

Wer trägt die Kosten?
Die Kosten für therapeutisches Reiten werden von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. Im Rahmen von Einzelfallentscheidungen übernehmen einzelne private Krankenkassen die Kosten. Der Förderverein unterstützt Menschen mit Bedarf, bei denen die Therapie erfolgversprechend erscheint.